Experimentierseife nach HTCP-Methode

In der vergangenen Woche entstand eine weitere Seife - dieses Mal ganz frei nach dem Motto: "zu viel Neues? NEEEEEEIN! Kann gar nicht sein" :) 

Ich habe meiner Kreativität freien Lauf gelassen und gleich viele neue Sachen getestet: Farben, Formen, Design und Herstellungsmethode.

 

Rezept: Olivenöl, Gänseschmalz, Kokosöl, Sheabutter, Rizinusöl

Duft: Honig/Hafer/Milch (Verseifer)

Farbe: Titandioxid, Dark Pink (Behawe), Lumigreen (Behawe)

ÜF: 10%

 

Die Herstellungsmethode Heat Transfer Cold Process (HTCP) hatte ich bisher noch nie genutzt. Das Besondere hierbei ist, dass die festen Fette nicht vorab geschmolzen werden. Stattdessen wird die Lauge wie gewohnt angerührt und direkt nach dem Anrühren zu den festen Fetten gegeben. Die Hitze der Lauge schmilzt dabei die Fette. Ist alles zu einer einheitlichen Masse gerührt, werden die flüssigen Öle hinzugegeben und wie gewohnt weiter gearbeitet. Nach Zugabe der Öle sollte der Seifenleim dann in etwa Zimmertemperatur haben.

 

Dieses Verfahren hat sich gut für mich bewährt. Soll eine Seife schnell gehen, werde ich es sicher wieder anwenden. 

 

 

 

 Die Farben und die Formen für diese Seife habe ich von einer Siederkollegin, die ihr Hobby aufgegeben hat (wie auch die Öle in meiner Schichtseife).

 

 

Besonders gut gefällt mir meine neue 3D-Form "Sonne". Diese ist in der Handhabung nicht ganz einfach, es muss die richtige Konsistenz des Seifenleims erreicht werden und die Form muss komplett geschlossen sein, dass auch nichts ausläuft. Für den ersten Versuch ist mir dies allerdings schon recht gut gelungen :)

 

Die Farben an sich waren schon ein Überraschungspaket!

Ich hatte sowohl bei Dark Pink, als auch bei Lumigreen die Information erhalten, dass beide recht intensiv seien. Während des Rührens war jedoch davon nichts zu sehen - der Seifenleim war nur minimalst eingefärbt! Auch nach dem Ausformen der Seife war die Enttäuschung groß, so waren doch alle Seifenstücke unifarben lachs. Aber seht in den nachfolgenden Bildern selbst, wie sich die Farben in den ersten Tagen verändert haben:

Bei dieser Veränderung habe ich nicht schlecht gestaunt! Und natürlich festgestellt, dass die Dosierung vermutlich etwas zu hoch gewählt war: sowohl das Lumigreen (Neongelb), als auch das Pink werden sicher bunten Schaum veranstalten. Nun ja, sauber wird es am Ende ja trotzdem ;)

 

Auch im Design habe ich mich bei dieser Seife verwirklicht. Nachdem bei meinem weihnachtlich duftenden Pflegeschatz der Swirl nach Etsuko Watanabe nicht geklappt hat, wollte ich es erneut versuchen. Dieses Mal sieht man schon eine weitaus größere Ähnlichkeit zum Original. Leider hat auch dieses Mal die Konsistenz des Seifenleims nicht gestimmt: für die Sonne brauchte ich einen Pudding, für den Swirl eher einen flüssigen Leim. Dennoch bin ich zufrieden!